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Wai-Aria Grundlagen

Tags: accessibility, deutsch, javascript

Aria Rollen und Eigenschaften bieten zusätzliche Semantik in Attribut-Form. Ihr erklärtes Ziel ist die Verbesserung der Zugänglichkeit von Webseiten – insbesondere für Blinde, aber auch für Tastaturnutzer sowie andere Behinderungen. Daneben sind theoretisch auch die – für eine Verbesserung der Semantik - üblichen positiven Nebeneffekte für Suchmaschinen, Browser-Features und Gebrauchstauglichkeit denkbar.

ARIA bietet zusätzliche Semantik für

  • Rollen von typischen JS-Widgets (z.B. tree, menubar)
  • jeweilige Zustände/Eigenschaften (z.B.: aria-hidden bzw. aria-haspopup, aria-required)
  • Rollen für strukturelle Elemente und Beziehungen zwischen ihnen (z.B. seealso, navigation etc.)
  • Rollen für logische Bereiche (z.B. allgemein: section, region, bei Ajax: liveregion, konkrete: main)

Aufgrund ihrer bereits breiten Unterstützung, der Lösung der wohl drängendsten Zugänglichkeitsprobleme sowie der Tatsache, dass Aria noch nicht validieren, scheinen derzeit die Rollen und Eigenschaften zur Beschreibung von Widgets am interessantesten.

Das Rollen-Konzept von ARIA

Das Rollen Konzept ist für Web Entwickler grundsätzlich nichts neues. Über semantisches HTML wird über die Zugänglichkeitsschnittstelle letztendlich die Rolle des Elements dem Screenreader mitgeteilt, welcher sich dann der Rolle entsprechend verhalten kann (z.B.: in Form von Information sowie Interaktionsmöglichkeiten).

Die Aria-Widget-Rollen sind an die Rollen der jeweiligen Zugänglichkeitsschnittstellen angelehnt, welche diese bereits nutzen, um Rollen von Interaktionselementen innerhalb des Betriebssystems bzw. einzelner Applikationen zugänglich zu machen. Aufgabe der Browser ist es die Aria-Rollen auf die genaue Rolle der jeweiligen Zugänglichkeitsschnittstelle zu „mappen”. (Beispiele des Aria-Rollen-Mappings für Gecko-Browser je nach vorhandener Schnittstelle).

Einhaltung von Interaktionskonventionen

Aus dem obigen Konzept folgt semantische Gleichheit/Ähnlichkeit zwischen einem Aria-Widget und seinem Pendant innerhalb von „richtigen” Applikationen.

Das nachfolgende Beispiel enthält die selben semantischen Informationen wie die Menüleiste des Firefox-Browser (nicht alle).

Beispiel für eine Menüleiste :

Jaws würde dies beim ersten fokussieren ungefähr wie folgt vorlesen: Menüleiste – Menupunkt – Datei – Untermenü – Sie können mit den Pfeiltasten links / rechts navigieren.

Das Tastaturverhalten wird weder von Browser noch vom Screenreader geliefert, sondern ist alleinige Sache des Autors.

Hierbei sollte er sich beim Scripten der Interaktionsmöglichkeiten, am Original-Verhalten des typischen Widgets innerhalb des Betriebssystems orientieren.

Die WAI-ARIA Best Practices sowie das AOL Developer Network enthalten hierzu, zu einigen Widgets entsprechende Empfehlungen für Maus- und Tastatur-Interaktionen.

Die Bedeutung des Focus

Damit der Screenreader die Rolle sowie Eigenschaften des jeweils aktiven Widget-(Unter-)Elements begreifen kann, muss dieses – insbesondere wenn es Interaktionsmöglichkeiten bietet - in der Regel fokusiert werden. Um die Fokusierbarkeit bei allen Elementen zu ermöglichen, wurde das tabindex-Attribut zum Universalattribut deklariert. Bekommt das tabindex-Attribut den Wert „0″, ist es in der normalen Tabreihenfolge durch den User fokussierbar. Hat es dagegen den Wert „-1″, liegt es außerhalb der Tabreihenfolge, kann jedoch vom Autoren mit JavaScript fokussiert werden (Bei Aria-Widgets für „Unterelemente” der Normalfall.). (Näheres zum Setzen/Auslesen des tabindex per JavaScript.)

Fokus setzen

Für das eigentliche Fokussieren durch den Autoren stehen zwei Möglichkeiten bereit:

  1. Die focus-Methode des jeweiligen Element-Objekts
  2. Das Attribut activedescendant

Um den Fokus mit der focus-Methode zu setzen, sollte diese mit einem Timeout aufgerufen werden, um Fehlverhalten in den Browsern zu umgehen. Eine Funktion die dies übernimmt, könnte beispielsweise so aussehen:

Bei meinen Tests mit einem Accordion-Widget hat sich gezeigt (hier gibt es keine spezifischen Aria-Rollen), dass ein Timeout von mehr als 180ms notwendig ist, damit Jaws (9.0) beim Vorlesen den neu angezeigten Bereich nicht überspringt.

Bei der activedesendant-Methode bekommt das tatsächlich fokussierte Element das Attribut activedescendant mit der ID des „virtuell” fokussierten Elements.

Stylen des Fokus

Daneben muss das fokussierte Element entsprechend gestylt werden. Damit dies richtig funktioniert, sollte nicht auf die Pseudo-Selectoren :focus/:active zugegriffen, sondern beim Event „focus” eine entsprechende CSS-Klasse gesetzt und beim Event „blur” wieder entfernt werden.

Alles im Blick

Bei vielen Widgets wird der Autor die Tastaturfunktionalität über die Pfeiltasten realisieren und hierbei das default–Verhalten des Browser unterbinden müssen. Daher sollte darauf geachtet werden, dass insbesondere die wichtigen Bereiche des Widgets immer im Viewport bleiben. Grundsätzlich wird dies bereits durch das Fokusieren des aktiven Elements erledigt. In bestimmten Fällen kann man sich hierauf alleine jedoch nicht verlassen.

Gründe hierfür können sein:

  • der interessante Bereich ist größer z.B. kleiner Menüpunkt öffnet großes Untermenü
  • man fokusiert nicht „physisch” sondern mit Hilfe des activedescendant-Attributs
  • Das fokusierte Element spannt sich nicht vollständig auf

In diesen Fällen kann mit der Methode „scrollIntoView”, CSS-Anpassung oder ganz kompliziert durch Abfragen des Viewports, des Scrollbereichs sowie der Position des DOM-Elements der neue scrollLeft/scrollRight-Wert berechnet und das DOM-Element in den Viewport geschoben werden.

fliegender Wechsel zwischen Maus und Tastaturnutzung

Bei vielen Widgets sollte der Autor darauf achten, dass ein Wechsel zwischen Maus und Tastaturnutzung möglich ist. D. h. Hat der User beispielsweise einen Menüpunkt aktiviert und drückt der User auf die Pfeiltaste rechts, muss das Untermenü – sofern vorhanden – geöffnet und der 1. Menüpunkt aktiviert werden. Ähnlich sieht es beispielsweise bei einem Slider-Widget aus. Hat der User es mit der Maus aktiviert und fängt an zu ziehen, sollte mit den Pfeiltasten link/rechts ebenfalls in Kontakt treten können, ohne vorher mit Tab den Fokus selbst setzen zu müssen.

1.0 Semantik überschreiben

Das Role Attrbibut überschreibt die Sematik herkömmlicher HTML-Elemente. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass keine „falsche” Semantik zurückbleibt. Diese kann mit der Rolle „presentation” überschrieben werden.

Beispiel (Menuleiste):

Grds. sollte es im obigen Beispiel bereits ausreichen das 2. ul Element mit der Presentation-Rolle zu belegen, die dazugehörigen li-Elemente sollten dann ebenfalls nicht als Listenelemente an die Zugänglichkeitsschnittstelle übertragen werden.

Wer ownt, der ownt

Aria schreibt ähnlich wie HTML vor, dass einige Elemente immer Kindelement einer bestimmten Rolle sein müssen. Dies gilt beispielsweise für die Rolle option, welches ein Kind von select oder einer ähnlichen Rolle sein muss. In manchen Fällen ist dies technisch nicht möglich (Ein input-Element kann keine Kinder haben.) oder widerspricht dem Aufbau der UI-Komponente. In diesen Fällen kann das owns-Attribut verwendet werden, welches anzeigt, dass ein Element das Eltern-Element eines anderen ist.

Beispiel (Combobox):

inhaltliche Bedeutung nicht vergessen

Hat man sein Widget mit Aria semantisiert bzw. verwendet eine Bibliothek, welche einem diese Arbeit abnimmt, sollte man ganz besonders darauf achten, ob die inhaltliche Bedeutung des Widgets klar wird. Nutzt man beispielsweise ein Slider-Widget hilft die ganze semantische Auszeichnung nichts, wenn nicht klar wird, was die Eingabe mit Hilfe des Sliders bewirken soll.

Hierfür stehen häufig verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. 1.der Text-Knoten des jeweiligen Elements
  2. 1.das title-Attribut des jeweiligen Elements
  3. 1.ein mit dem Element verknüpftes label-Element ([for=widget-id])
  4. 1.Ein Textknoten eines anderen Elements auf das das Widget mit labeldby verweist

Umfangreichere Informationen zum Widget können mit dem Attribut describedby zugänglich gemacht werden.

Fallstricke & Bugs

Grundsätzlich ist Wai-Aria sehr leicht zu implementieren, allerdings gab es bei meinen Versuchen folgende Probleme/offene Fragen:

  • Barrierefreiheit 1.0 vs. 2.0

    In einigen Fallen weicht das Aria-Konzept von dem ab, was normalerweise beim konventionellen, barrierearmen JavaScript gemacht wird. Dies betrifft insbesondere 2 Punkte.

    1. Aria implementiert eine verbesserte Tastaturnutzung insbesondere mit Pfeiltasten. Tabben soll in der Regel innerhalb des Widgets nicht verwendet werden können. Vielmehr soll der User hierdruch das Widget verlassen. Screenreader-/Browserkombinationen, die jedoch kein Aria verstehen, könnten einerseits die Nutzung der Pfeiltasten für sich beanspruchen und nicht an den Browser weiterleiten andererseits übernehmen sie häufig Fokusänderungen durch den JavaScript-Autoren nicht.
    2. Viele Aria-Widgets sollen explizit die display Eigenschaft ‘none’ nutzen, welche mit dem Aria Attribut ‘hidden’ korrespondiert. Währendem nach konventionellem barrierearmen Javascript man in einigen dieser Fälle eher den Inhalt lediglich aus dem Viewport schieben würde.
  • Nicht vorhandene, aber evtl. allgemein doch nutzbare Rollen?
    Im Web existieren häufig Widgets, welche in Applikationen nicht vorkommen und auch in WAI-ARIA nicht spezifiziert wurden.
    Ein Beispiel hierfür wäre beispielsweise ein typisches Accordion. Die Zugänglichkeit eines solchen Widgets kann sicherlich ebenfalls mit Aria erhöht werden, es stellt sich allerdings die Frage welche Rollen und sonstigen Eigenschaften dem Accordion-Widget am nächsten kommen, ohne dass gleichzeitig eine „falsche” Bedienmöglichkeit suggeriert wird.
  • Bugs im Screenreader
    Daneben zeigen sich insbesondere in Jaws noch einige Bugs, die anscheinend darauf zurückzuführen sind, dass die - normalerweise von „richtigen” Programmen benutzen - Rollen noch nicht ausreichend an die Erfordernisse im Web angepasst wurden.

Fazit

Trotz einiger Bugs und anderer Schwierigkeiten ist das Potential von Aria nicht zu unterschätzen. Mich hat schwer beeindruckt, wie sich die Gebrauchstauglichkeit in Screenradern von vielen alltäglichen JavaScript-Widgets mit recht einfachen Mitteln auf hohem Niveau verbessern lässt.

Gute Ressourcen

Wer Lust auf mehr bekommen hat, kann auf eine wachsende Anzahl von Tutorials, Artikeln und Beispielen zurückgreifen:

Written June 23, 2008 by
alexander farkas

Start Using Accessible JavaScript

Tags: accessibility, ajax, deutsch, javascript

Obwohl ich dem Artikel Stop using Ajax! von James Edwards (”Brothercake”) und dem „zur Seite springen” von Chris Heilmann inhaltlich nur zustimmen kann, hat mir der Artikel nicht gefallen. Neben einem kurzen Hinweis auf einen Lösungsweg für Übermorgen bzw. einen möglichen Workaround empfand ich ihn vor allem als de-konstruktiv. In vielerlei Hinsicht lenkt er auch vom eigentlich Hauptproblem für Javascripter und möglichen Lösungen ab. Zusammen mit dem Standard-Test in den vielen Barrierefreiheitschecklisten (Schalten Sie JavaSript im Browser aus und überprüfen Sie, ob die Seite immer noch funktioniert) sorgt er für ein vollkommen falsches Bild von den Barrierefreiheitsproblemen. Jede Zuwiderhandlung gegen diesen Checkpunkt wird in der Regel mit dem größtmöglichen Punktabzug bestraft. Dabei sagt dieser SEO-Test kaum etwas über die Zugänglichkeit von JavaScript aus.

Nicht AJAX, sondern JavaScript ist „unreif” für Screenreader

Seien wir mal ehrlich nicht AJAX selbst oder das „Nicht-Vorhandensein von JavaScript” ist aus Zugänglichkeitsgesichtspunkten „unreif”. JavaScript und vor allem seine Unterstützung in assistiven Technologien sind höchst problematisch und sehr schwer zusammen zu bringen. AJAX ist lediglich eine gewisse Verschärfung des eigentlichen Problems, da zwischen User-Aktion und Content-/Style-Änderung eine größere Verzögerung liegt. Nehmen wir zum Beispiel die DOMTabs. Diese bestehen nicht nur die meisten standardisierten Checkpunkte, sondern gehen sogar etwas darüber hinaus. Dies ist angesichts des Know-Hows des Entwicklers auch kein Wunder, aber wirklich barrierefrei arbeiten diese im Screenreader nicht.
Das, in den meisten aktuellen Screenreadern, wohl am häufigsten auftretende „Fehlverhalten” dürfte sein, dass der Screenreader-User auf einen Tab-Link klickt und erwartet, entweder auf eine neue Seite zu kommen bzw. zum ausgewählten Inhalt zu springen. In den meisten Fällen wird jedoch erstmal nichts passieren bzw. der Screenreader wird stur die nächsten Tab-Links vorlesen (Obwohl der Inhalt des ausgewählten Tabs korrekt in der Sprachausgabe upgedatet wurde.). Noch problematischer wird es, wenn man zum einfachen Wechsel ein bisschen Animation hinzufügt. Hier kann es passieren, dass der neue Inhalte nicht upgedatet wird oder der alte Inahlt ebenfalls noch im Screenreader-Buffer schlummert. Man bedenke, dass es sich bei diesem Tab-Switch um ein relativ einfaches Gebilde handelt. User Interfaces, die heutzutage mit JavaScript realisiert werden, sind nicht selten wesentlich komplizierter und die Berücksichtigung aller möglichen unterschiedlichen Barrieren erfordert viel Arbeit (Lösungsansätze für die eine Barriere können nicht selten eine neue befördern). Mit diesen JavaScript-Barrieren werden Entwickler bei ihrer Arbeit wesentlich häufiger konfrontiert als mit den AJAX-Barrieren.

JavaScript ist nicht tot zu kriegen

JavaScripter, denen Zugänglichkeit am Herzen liegt, müssen sich trotz der Probleme nicht in einer Höhle verkriechen. Dies hat vor allem drei Gründe:

  1. Die Barrierefreiheit von reinen HTML & CSS Webseiten ist alles andere als „gottgegeben” und erfordert ebenfalls gewisses Know-How. Den Entwicklern, die sich etwas mit Zugänglichkeit beschäftigt haben, werden auch ein paar Beispiele einfallen, die zu dem Schluss führen könnten, dass Screenreader für bestimmtes, theoretisch vollkommen korrektes HTML noch nicht reif sind.
  2. JavaScript ist die Sprache des Web. Trotz der oben genannten Probleme gehört JavaScript korrekt eingesetzt zur Lösung von Barrieren im Netz und nicht umgekehrt. (beispielhaft: Denn Sie tun es - CSS und Javascript
  3. Die Zugänglichkeit von JavaScript wird derzeit deutlich vorangetrieben (dazu später mehr)

Ein Beispiel: Entgegen allen Behauptungen Flyout-Menüs wären böse, sollten wir uns darüber im klaren sein, dass in bestimmten Fällen ein Drop-Down-Menü oder ähnlich dynamisches Menü (Accessibility im Schatten der Usability und Neue Studie zur Usability unterschiedlicher Naviagtions-Methoden, die beste und gebrauchtauglichste Möglichkeit ist, eine Navigation zu erstellen. Jedoch gerade die falsche Ansicht, dass solche Menüs auch in veralteten Browsern ohne JavaScript funktionieren müssen, hat Entwickler dazu gebracht Techniken einzusetzen, die weder gebrauchstauglich sind noch ein Mindestmaß an Barrierefreiheit erfüllen. Diese CSS-Only-Lösungen können nicht richtig mit der Tastatur bedient werden, sie passen sich weder „Fehleingaben” des Users noch seiner Bildschirmgröße an und sie sind aufgrund fehlerhaft verschachtelter Links (gut versteckt in konditionellen Kommentaren) ein Showstopper für Screenreader. Für so etwas ist JavaScript schlichtweg die sauberste und barriereärmste Lösung.

WAI - ARIA - die Lösung für zugängliches JavaScript

In Sachen barrierefreies JavaScript tuen sich mit ARIA (Accessible Rich Internet Application) bereits heute und vor allem morgen nutzbare Möglichkeiten auf, seine „Widgets” erheblich barrierefreier zu gestalten. Hierbei bekommen typische “JavaScript-Widget-Elemente” (häufig Navigations- oder andere Eingabeelemente) zusätzliche semantische Attribute, welche ihre Rolle und Eigenschaften in maschinenlesbarer Form über den Browser dem Screenreader zugänglich machen können. Es existieren beispielsweise Rollen und zusätzliche Eigenschaften für Slider, Tabs, Grids, Menüs u.v.m.. Hierbei sind ebenfalls sog. Eigenschaften für live regions enthalten, welche die Zugänglichkeit von AJAX erhöhen, allerdings werden diese noch nicht ausreichend unterstützt. Die Unterstützung der zuvor genannten Widget-Rollen, die der W3C-Entwurf in der Praxis dagegen hat, ist trotz einiger Wandlungen des Entwurfs in jüngster Zeit sowie unterschiedlicher Implementierungen, atemberaubend. Mozilla hat bereits mit Firefox 1.5 eine inzwischen veraltete und mit Firefox 3 überarbeitete Implementierung begonnen (zu dem unterschiedlichen Support in den Browsern: http://learningtheworld.eu/2008/wai-aria-update/, http://blog.namics.com/2008/03/sxsw-2008.html ). Gleichzeitig besteht in folgenden Screenreadern/Vergrösserungssystemen grundlegender Support: Window Eyes 5.5+, Jaws 7.0+, ZoomText, Orca 2.20+. Die meisten deutschen Screenreader-Nutzer (angeblich 70%) nutzen Jaws. Häufig liegen sie ein bis zwei Versionsnummern zur aktuellen Version zurück. Derzeit ist die aktuellste Jaws-Version bei 9.0 angelangt. Gleichzeitig wird der Support in den Browsern erweitert: Opera 9.5 unterstützt ARIA ähnlich wie Firefox 3, Microsoft hat dem IE8 eine etwas abweichende Implementierung spendiert und Webkit (Safari) haben mit der Umsetzung begonnen. Dies ist für JavaScripter eine extrem erfreuliche Nachricht. Die neuesten Browser, von denen hier die Rede ist, können kostenlos genutzt werden bzw. werden zumindest kostenlos mitgeliefert. Bei den verhältnismäßig teuren Screenreader taugen bereits die älteren Modelle. Spätestens mit Erscheinen der nächsten Generation dieser Browser steht die Implementierung (formaler Standard hin oder her) fest und kann genutzt werden. Ich kann nur jedem Entwickler raten sich mit ARIA näher zu beschäftigen und neben den anderen Techniken für barrierefreies JavaScript bald bald einzusetzen :-).

weiterführendeLinks:

Written May 1, 2008 by
alexander farkas